„Drinbleiben und nerven“

„Christ sein bedeutet, mutig zu sein“, so das Fazit von Jacqueline Straub, die ihre Berufung zur Priesterin so bald wie möglich leben will. Trotz aller Widerstände will sie die Kirche nicht aufgeben, sondern kämpfen, bis jeder sagt: „Die Kirche ist ein cooler Ort, wo ich mich geborgen fühle“. Als Strategie auf dem Weg empfahl sie „drinbleiben und nerven“.

Das stellte Dorothea Wichmann, das Bonner Gesicht von Maria 2.0, in der Diskussion mit dem Publikum infrage: Solle man das Motto „auftreten statt austreten“ nicht doch lieber in „austreten und auftreten“ wandeln?

Der ehemalige Provinzial Stefan Kiechle SJ gab zu bedenken: „Ich bleibe nicht in der Kirche wegen der Kirche, sondern wegen Gott.“ Glaube brauche Gemeinschaft, die wiederum eine Sozialgestalt haben müsse, eine Struktur, eine Öffentlichkeit, etwas Institutionelles, denn nur dann habe der Glaube Wirksamkeit bis in Gesellschaft und Welt hinein.

Die Diskussionsveranstaltung „Boygroup ist out – Frauen ins Priesteramt“ war vom Frauen-Netzwerk-Bornheim organisiert worden. Der Moderator Norbert Bauer von der Karl-Rahner-Akademie konnte schnell einen Konsens zwischen den Gästen auf der Bühne ausmachen, die ganz klar Frauen zukünftig am Altar sehen. Es blieb nur offen, wann die Gleichberechtigung der Frau in der Kirche Einzug hält und wie das konkret vonstattengehen kann.

Dorothee Schwolgin

Dorothea Wichmann (rechts) und Jacqueline Straub diskutierten kontrovers.
Dorothea Wichmann (rechts) und Jacqueline Straub diskutierten kontrovers. Foto: Frauen-Netzwerk-Bornheim