In Landau in der Pfalz

Nach einem ergreifenden Pfingstgottesdienst 2019, bei dem über 100 Frauen aus der Marienkirche auszogen (wir kamen nach Statements und Aktionen zurück), standen wir vor der Frage: Was nun? War es nur ein einmaliges “Wow”? Eine Gruppe von Frauen tat sich zusammen, um das Ganze in Bewegung zu halten.

So starteten wir ein offenes Gebet an verschiedenen Stellen unseres Städtchens, mit Lied und Information. Schnell zeigte sich, dass dies nicht die erhoffte Resonanz brachte. So beendeten wir diese Aktion am 5. Dezember 2019 mit einem letzten Infostand, mit Transparent, Unterschriftenaktion, Gesprächen (Foto). Innerhalb von zwei Stunden kamen wir mit vielen ins Gespräch.

Viele befürworteten dabei das Anliegen der Frauen: Es muss sich etwas tun, sonst verliert die Kirche immer mehr Mitglieder und ihre Glaubwürdigkeit. Auch andere Stimmen waren dabei, die das „System“ positiv bewerteten. Im sechswöchigen Turnus laden wir in eine unserer Kirchen zum Gottesdienst ein. Hier kommt jede und jeder, der mag, zu Wort. Das Evangelium wird von allen ausgelegt, wir teilen Brot, beten und vieles mehr. Zwischen 30 und 35 Interessierte nehmen teil.

Durch die Coronakrise wurden die Gottesdienste unterbrochen. Aber wir fangen im August wieder an. Die Frage stellt sich allerdings: Was bringt das Ganze? Frauen suchen sich Nischen in der Kirche, in denen sie sich wohlfühlen, in denen sie zählen und ihren Glauben leben. Hier vor Ort stelle ich fest, dass die jungen Frauen fast ganz fehlen. Das sollte „Kirche“ mehr als zu denken geben!

Bärbel Grimm, Gemeindereferentin

Pfingstgottesdienst in Landau. Foto: privat
Pfingstgottesdienst in Landau. Foto: privat