Reisesegen für Bischof Wilmer

Am 22. Februar 2020 wird dem Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer für die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Mainz sowie für den Synodalen Weg von Maria 2.0 im Bistum der Reisesegen erteilt. Im Rahmen dieser Veranstaltung mit Kundgebung und Demonstration werden auch Solidaritätserklärungen mit den Zielen von Maria 2.0 von Katholik*innen des Bistums an den Bischof übergeben. Auf Bistums-ebene konnten bislang 13 Kooperationspartner*innen unter katholischen Verbänden und Gemeinschaften gewonnen werden, die alle mit ihrem Logo öffentlich auf den Plakaten die Ziele von Maria 2.0 unterstützen und als Mitveranstalter*innen am 22. Februar dabei sind. Ein Schulterschluss, der zeigt, dass die Initiative Maria 2.0 nicht eine fixe Idee einiger aufmüpfiger Frauen ist, sondern dass die Forderungen dieser Bewegung längst auch von „tradtionellen“ katholischen Verbänden und Gemeinschaften vertreten werden.

Maria 2.0 im Bistum Hildesheim versteht sich ausdrücklich als Initiative von Frauen und Männern, denn die Ungleichbehandlung von Frauen in der katholischen Kirche enthält auch den Männern zum Beispiel die Erfahrung von priesterlicher Seelsorge durch eine Frau vor. Das Thema „Gleichberechtigung“ stand auch im Brief an den Hildesheimer Generalvikar Martin Wilk im Vordergrund, den 25 Vertreter*innen von Maria 2.0 aus der Diözese unterschrieben:
„Wir sind nicht nur katholische Christ*innen, sondern auch mündige Bürger*innen eines Rechtsstaates, in dessen Verfassung die Gleichberechtigung von Frauen und Männern festgeschrieben ist (Art. 3 GG). Wenn dieselbe Verfassung den ,Religionsgesellschaften‘ die Freiheit gibt, zum einen ihre Angelegenheiten selbständig zu ordnen und zu verwalten und zum anderen ihre Ämter ohne Mitwirkung des Staates zu verleihen, dann erwarten wir, dass dieses unter Beachtung des Gleichberechtigungsgrundsatzes geschieht.

Deshalb ist es für viele von uns eine Frage der Selbstachtung, ob sie sich weiterhin in einer ,Religionsgesellschaft‘ engagieren wollen, die ihre durch das Grundgesetz garantierte Freiheit in der Regelung ihrer Angelegenheiten und in der Ämtervergabe dazu nutzt, ihren Mitgliedern das Grundrecht auf Gleichberechtigung einzuschränken bzw. zu verwehren.
Unsere Kinder, die Zukunft unserer Kirche, sind in eine Zeit geboren, in der es für sie von Anfang an zu ihrem Bewusstsein gehört, dass alle Menschen, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Wir können und wollen ihnen nicht mit Hilfe von theologischen Spitzfindigkeiten vermitteln, es sei von Gott gewollt, dass die Gleichberechtigung in seiner Kirche für die Hälfte der Menschen nicht gilt – und zwar ausschließlich aufgrund ihrer Ausstattung mit bestimmten Hormonen und Geschlechtsmerkmalen!“
(Auszug aus dem Brief von Engagierten der Initiative Maria 2.0 im Bistum Hildesheim an Domkapitular Martin Wilk, Generalvikar des Bistums Hildesheim,
vom 9. November 2019)

Rund 30 Interessierte kamen jeweils zu den ersten Kontakttreffen. Foto: MARIA 2.0 im Bistum Hildesheim